Länderbericht: Schweden (Digital News Report)

Schweden ist ein digital sehr weit entwickeltes Land. Es zeichnet sich durch eine Mischung aus öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, aufstrebenden alternativen Nachrichtenmedien sowie kommerziellen traditionellen Nachrichtenmedien aus. Besonders auffällig ist die hohe Zahlungsbereitschaft in Schweden.

Hauptstadt: Stockholm
Staatsform: Erbmonarchie
Regierungssystem: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König Carl XVI. Gustaf
Regierungschef: Ministerpräsident Stefan Löfven
Einwohnerzahl: 10,33 Millionen
Fläche: 447.535 km2
Internetausbau: 97 Prozent

Kathrin Buschmann, Melanie Gastberger, Julia Romanin

Länderstudie-Schweden_FINAL

Schweden gilt als Vorreiter beim Thema Presse- und Informationsfreiheit. Bereits 1766 garantierte Schweden als erstes Land Pressefreiheit. Das 1991 in der Verfassung verankerte “Grundrecht auf Meinungsäußerung” umfasst die Gebiete Meinungs-, Berichterstattungs-, und Zensurfreiheitsrechte und zusätzlich das für Schweden charakteristische Öffentlichkeitsprinzip. Jeder schwedische Bürger und jede Bürgerin hat das Recht, Dokumente in staatlichen und lokalen Behörden einzusehen.

Auf der „Rangliste der Pressefreiheit 2019” von „Reporter ohne Grenzen” erreicht Schweden den vierten Platz (von 180). Beim Freedom House Index erreicht Schweden 100 von 100 Punkte und gilt somit als „free”.

Der Printmarkt in Schweden ist vielfältig. Besonders ist hier die Aufteilung in Morgen- und Abendzeitungen. Die größten Morgen- und gleichzeitig Qualitätszeitungen sind „Dagens Nyheter” und „Svenska Dagbladet”. Abends erscheinen die Boulevardzeitungen „Expressen” und „Aftonbladet”. Dennoch ist die Zahl der Print-Leser und -Leserinnen im globalen Vergleich eher gering.

Die Fernsehlandschaft in Schweden besteht aus den Programmen des öffentlich-rechtlichen Senders „Sveriges Television” (SVT) und privaten Sendergruppen. Die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt erfolgt rein über Rundfunkgebühren.

Beliebtheit finden sogenannte Partisan News Websites, die meist rechte Onlinezeitungen sind. „Fria Tider”, „Nyheter Idag” und „Samhällsnytt” sind die drei am häufigsten verwendeten und erreichen rund ein Zehntel der schwedischen Online- Nutzer.

Auffällig in Schweden ist die hohe Zahlungsbereitschaft für Online- Nachrichten. Diese nimmt auch zu. 2019 zahlten 27 Prozent für Online-Nachrichten. Die häufigste Form der Bezahlung ist die laufende Zahlung in Form von Abonnements oder Mitgliedschaften. Typisch für Schweden ist eine kleine Anzahl an Verlagen, welche in wohlhabenden Gesellschaften agieren. Diese Gesellschaften wissen den Wert von qualitativ hochwertigem Journalismus zu schätzen und Abos sind dort traditionell stark verankert. Besonders beliebt ist in Schweden eine Mischform. Hier werden monatliche Zahlungen für Abos mit einem extra Content kombiniert.

Bei den Nachrichtenaggregatoren wird „Omni” mit 12 Prozent am häufigsten genutzt. Hierbei handelt es sich um einen lokalen Nachrichtenaggregator aus Stockholm.

Das Kulturministerium ist die zentrale Einrichtung bezüglich der Medienpolitik und -Regulierung. Diesem unterstehen weitere Behörden, unter anderem die schwedische Rundfunkbehörde („myndigheten för radio och tv“). Diese übt die Rundfunkaufsicht aus und fällt Entscheidungen über Rundfunklizenzen und Gebühren oder Zulassungen für terrestrisches Fernsehen.

Seit 1971 gibt es in Schweden ein System der Pressesubventionierung. Der Presseförderungsrat (Presstödsnämnden) ist die zuständige Regierungsbehörde. Hier werden staatliche Zuschüsse für die Tagespresse nach den Statuten des Jahrespresseförderungsgesetzes geregelt.

Beim Konsum von Nachrichten hat es eine Veränderung gegeben. Während TV- und Online-Nachrichten stabil geblieben sind, gibt es beim Lesen von Zeitungen und beim Konsum von Nachrichten auf sozialen Netzwerken einen Rückgang. 70 Prozent der Befragten nutzen ihr Smartphone, um auf Nachrichten zuzugreifen, das ist einer der höchsten Werte im globalen Vergleich der einzelnen Länder der DNR-Erhebung.

39 Prozent der Schweden und Schwedinnen haben Vertrauen in Nachrichten, somit liegt Schweden auf Platz 25 von 38. Das größte Vertrauen wird Nachrichtenquellen entgegengebracht, welche regelmäßig verwendet werden. Als weniger vertrauenswürdig werden Nachrichten eingestuft, welche über Suchmaschinen oder auf Social Media gefunden werden.

Hier können Sie den vollständigen Länderbericht herunterladen.

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