Länderbericht: USA (DIgital news Report)

Zahlreiche politische und gesellschaftliche Ereignisse der letzten Jahre haben das amerikanische Mediensystem und die Nachrichtennutzung der US-Bürgerinnen und Bürger beeinflusst: Zeitungen befinden sich in einer Krise, dafür sind soziale Medien so hoch im Kurs wie nie zuvor. Das Fernsehen hält weiterhin seine Stellung als wichtiges Nachrichtenmedium.

Anne Marie Gómez Neumann, Anne-Theresa Weiderer

Hauptstadt: Washington D.C.
Staatsform: Föderale Republik
Regierungssystem: Präsidialsystem
Staatsoberhaupt: Donald Trump
Regierungschef: Donald Trump
Einwohnerzahl: 328,2 Mio Fläche: 9.834.000 km2
Internetausbau: 96 Prozent (Stand 2019)

USA-Länderbericht_Präs

Das Rundfunksystem der Vereinigten Staaten besteht aus einem großen und gut ausgebauten Sektor privater Veranstalter und aus einem marginalen öffentlichen Sektor (public broadcasting service). Die gesamte Medienlandschaft der USA, insbesondere aber der Rundfunk, agieren sehr wettbewerbsorientiert.
Vor allem die kommerziellen Sender genießen große Beliebtheit in der breiten Bevölkerung. Im Vergleich dazu, nimmt der Public Broadcasting Service nur eine sehr untergeordnete Rolle in der Mediennutzung ein. Auch die Printbranche ist seit ein paar Jahren in der Krise: Magazine und Zeitungen werden nur noch selten in gedruckter Form gekauft. Dafür wächst die Relevanz von News-Websites und Apps.

Seit 2013 hat sich in den USA der Trend hin zur digitalen Nachrichtennutzung entwickelt: Laptops und Smartphones zählen mittlerweile zu den beliebtesten Geräten bei der Nachrichtenrezeption.
Auch die Sozialen Medien spielen für die US-Amerikanerinnen und Amerikaner eine tragende Rolle.
Grund für die weit verbreitete Nutzung von digitalen Geräten und Social Media in den USA sind vor allem die zahlreichen High Tech Firmen, die sich über die Jahre dort angesiedelt haben. Facebook, Google oder Apple sind nur einige der großen Namen, mit Hauptsitz in Silicon Valley.

Neben den Sozialen Medien genießen auch Podcasts bei den Befragten einen hohen Stellenwert in der Nachrichtennutzung.
Insbesondere über politische Themen oder gesellschaftliche Fragen, wie beispielsweise Kriminalität oder Einwanderung, werden viele Podcasts gehört.
Dennoch nimmt das Fernsehen in der US-Medienlandschaft weiterhin eine tragende Rolle ein. Lokale TV-Nachrichten gehören nach wie vor zu den beliebtesten und am häufigsten genutzten Nachrichtenquellen für einen Großteil der Bevölkerung.

Einige wichtige Ereignisse der letzten Jahre, wie beispielsweise der NSA Skandal 2013, die Präsidentschaftswahlen 2016, die Haushaltssperren 2018 oder die Einleitung des Impeachment-verfahrens gegen Trump, haben auch die Medien in gewisser Weise beeinflusst.
Besonders das Vertrauen in die Medien hat darunter gelitten. Häufige Debatten um Fake News und Verschwörungstheorien stellen ein großes Problem dar.
Die US-Amerikanerinnen und Amerikaner haben über die Jahre hinweg eine wachsende Skepsis gegenüber den Medien entwickelt. Innerhalb von sieben Jahren, hat das Vertrauen in Medien und die journalistische Arbeit deutlich abgenommen.
An der Aufdeckung des NSA Skandals war, neben Whistleblower Edward Snowden, auch die Washington Post beteiligt. Sie veröffentlichten geheime Dokumente zu Abhöraktionen des amerikanischen Geheimdienstes. Dafür erhielt das Blatt den Pulitzer-Preis für besondere Dienste an der Öffentlichkeit. Auch diese Qualitätsblätter leiden unter der aktuellen Situation des Misstrauens in den USA.

Das Vertrauen in die Medien hat besonders seit der Wahl von Donald Trump, zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten, eine Veränderung durchlebt. Bereits während des Wahlkampfes 2016 zeichnete sich ab, dass verschiedene Medien Trump immer wieder diverser Falschmeldungen bezichtigen.

Nach seinem Amtsantritt im Januar 2017 verlieh Donald Trump als Retourkutsche an diese Medien, darunter CNN, ABC oder das Times Magazine, einen “Fake-News-Award”.
Nach wie vor werden Journalisten während Pressekonferenzen des Präsidenten des Saales verwiesen oder gar nicht eingeladen. Vor allem während des Wahlkampfs 2016 sowie im Laufe des Impeachment-Verfahrens kam es zu mehreren Ausschreitungen zwischen Medienvertretern und dem Präsidenten. So werden Reporter beschuldigt, bewusst Fake News über Trump und seine Regierung zu verbreiten. Trump unterstellt hingegen einigen Medien eine Kooperation mit den Demokraten.
Im Gegensatz dazu steht der Sender Fox News. Basis für diese Kritik sind seine engen Verbindungen zum Weißen Haus, insbesondere zu Trump selbst.

Auch die Social Media Nutzung wurde durch die Präsidentschaft von Trump beeinflusst. Twitter hat sich zu einer der relevantesten Plattformen für politische Kommunikation etabliert. Viele informieren sich direkt in den Sozialen Medien über die aktuellen Debatten im Land.
Trump nutzt Twitter aber nicht nur zur Verbreitung von Nachrichten, sondern auch zur Streuung von Fake News. Ein prominentes Beispiel dafür bilden die zahlreichen Posts zur Grenzmauer nach Mexiko. Bilder von Bauarbeiten sollen den Bürgerinnen und Bürgern vermitteln, dass das Wahlversprechen sich bereits in der Umsetzung befindet. Dass es sich dabei um veraltete Bilder eines bereits existierenden Mauerstücks handelt, verschweigt Trump.

Diese und weitere Ereignisse beeinflussen das Nachrichtenverhalten der US-Bevölkerung. Viele Faktoren, wie das Interesse, die Nutzungshäufigkeit oder das Vertrauen haben in den letzten Jahren darunter gelitten.

Hier können Sie den vollständigen Bericht herunterladen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.