Länderbericht: United Kingdom (Digital News Report)


Das Drängen der Schotten auf Unabhängigkeit, der Brexit und natürlich die Digitalisierung: Die Britinnen und Briten kommen einfach nicht zur Ruhe. Ein Land, welches sich nach alten Zeiten sehnt, ist in kontinuierlichem Wandel. Das spiegelt sich auch in den des Digital News Reports wider.  

Katharina Placereano, Michaela Jahn

Hauptstadt: London
Staatsform: Parlamentarische Monarchie
Regierungssystem: Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt: Königin Elisabeth II
Regierungschef: Premierminister Boris Johnson
Einwohnerzahl: 66.435.550 (2018)
Fläche: 242.495 km2
Internetausbau: 95 Prozent

UK_Länderstudie_Präs

Das Mediensystem im Vereinigten Königreich ist sehr vielfältig. Große Unternehmen wie die Nachrichtenagentur Reuters – Mutter des Digital News Reports – , BBC – die größte und älteste Rundfunkanstalt weltweit, und die Financial Times haben auf der britischen Insel ihre Wurzeln und operieren von dort aus.

Starker öffentlicher Rundfunk

Bereits seit 1922 sendet die BBC aus London, der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs. Bis 1925 wurde die mediale Versorgung der gesamten britischen Insel sichergestellt. In kaum einem anderen Land ist die Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks so groß wie in Großbritannien.  Die Ergebnisse der Digital News Reports seit 2013 bestätigen: Der BBC ist in allen Sparten (Fernsehen, Radio, Online) seit jeher am beliebtesten. Ihm wird auch immer das meiste Vertrauen geschenkt.  In den 1990er Jahren formierte sich die EU-kritische UKIP-Partei und freute sich immer mehr an Popularität. 2016 stimmten letztlich 51,89 Prozent für den EU-Austritt. Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte: „It´s a sad moment for the European Union and I want to say, for Britain too.”. Im Dezember 2019 erreichte die konservative Partei mit ihrem Vorsitzenden Boris Johnson bei den Parlamentswahlen die größte Mehrheit seit 1987. Queen Elizabeth beauftragte Johnson somit mit der Bildung einer Regierung, die seitdem regiert. Nach mühsamen Verhandlungen über die Zukunft des Vereinigten Königreichs und der Beziehung zur EU, vollzog Großbritannien nun offiziell am 31. Jänner 2020 den Brexit.

Desinformation & Fake News

Nach monatelanger Propaganda und Fake-News Anschuldigungen in Richtung der Presse von der Regierung, ist auch das Vertrauen in die Nachrichten seit 2015 stetig gesunken. Die Digital News Report-Ergebnisse der letzten Jahre zeigen dies eindeutig. Nach dem Brexit-Fake-News-Debakel veränderte sich das Nachrichtenvertrauen maßgeblich: Zuvor stand das Vertrauen in Nachrichten in Sozialen Medien (55 Prozent) und Suchmaschinen (33 Prozent) vor dem allgemeinen Vertrauen (26 Prozent) und dem Vertrauen in eigene News-Seiten (10 Prozent). Danach schien es so als würde sich das gesamte Vertrauen umkehren: Das meiste Vertrauen genossen eigens ausgewählte Seiten (51 Prozent) und am wenigsten News in Soziale Medien (10 Prozent). Profitiert hatte das allgemeine Vertrauen: Es lag 2019 bei 40 Prozent. Zusätzlich zu dieser Entwicklung ist in den letzten Jahren das Misstrauen in Medien allgemein und gegenüber Journalistinnen und Journalisten gestiegen. Großbritanniens Pressefreiheit wurde 2020 von der Organisation Reporter ohne Grenzen (RoG) auf Platz 35 von 180 gestuft und zählt somit zu den am schlechtesten bewerteten Länder Westeuropas. Laut RoG würden die Behörden immer wieder unter Berufung auf die nationale Sicherheit die Pressefreiheit einschränken. Gründe wären etwa, dass 2019 eine Journalistin bei Auseinandersetzungen zwischen irischen Nationalisten und der Polizei erschossen worden ist. Oder dass der Wikileaks-Gründer Julian Assange trotz kritischem Gesundheitszustand seit mehr als einem Jahr in einem Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert ist.

Digitale Transformation

Während das Fernsehen noch immer am beliebtesten ist, zeigt sich auch die steigende Popularität “neuer” Medien-Angebote, wie Podcasts und allgemein die Smartphone und Social Media-Nutzung. Als klarer Sieger der Umfragen zur digitalen Transformation zeigt sich das Smartphone: 63,04 Prozent der Befragten nutzen es für den Nachrichtenkonsum. Für 48,85 Prozent ist es sogar das Hauptgeräte, mit dem sie News konsumieren. Folgender Bericht soll eine komprimierte Zusammenfassung der Digital News Report Daten von den Jahren 2013 bis 2019 darstellen. 

Hier können Sie den vollständigen Bericht herunterladen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.